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Der heilige Veit (lat. Vitus, der Lebendige)

Unser Weizenbock ist nach dem heiligen Vitus benannt - seine Geschichte und seine Verbindung mit Freising ist einzigartig.

Der heilige Vitus wurde der Legende nach als Sohn eines römischen Senators zur Zeit Diokletians († 312)  in Mazara/Sizilien geboren, von einer Amme aufgezogen und von seinem Lehrer namens Modestus im christlichen Glauben erzogen.  Schon als Kind wirkte er Wunder und wurde deshalb von seinem Vater geschlagen. Vor Gericht gestellt, wollte er seinem Glauben nicht abschwören, erneut wurde er geschlagen, worauf dem Richter und den Schergen die Arme verdorrten.

Vitus' problematische Familienverhältnisse

Der Vater trachtete ihm nach dem Leben. Seine Amme und sein Lehrer flohen mit ihm nach Lukanien, ein Adler versorgte die Flüchtenden mit Brot. Sie wurden entdeckt und zu  Kaiser Diokletian gebracht. Obwohl Vitus den besessenen Sohn des Kaisers heilte, sich aber weigerte den römischen Göttern zu opfern, wurde er ins Gefängnis geworfen. Schwere Eisenplatten sollten ihn und seine Begleiter erdrücken, vergeblich; er wurde in einen  Kessel mit siedendem Öl geworfen, stieg aber unversehrt heraus. Ein wilder Löwe wurde auf Vitus und seine Begleiter gehetzt,  ganz zahm  legte das Tier sich zu seinen Füßen. Man spannte ihn auf die Folterbank, aber ein Blitz zerstörte das Marterwerkzeug.  Engel retteten ihn und seine Begleiter und brachten sie nach Lukanien, im Gebet versunken starben die Märtyrer einen sanften Tod.

Die Verehrung von Vitus ist bereits früh im Martyrologium des Hieronymus (347-420) belegt. Papst Gelasius I. († 496?) weihte ihm die erste Kirche, um 600 wurde die Leidensgeschichte von Lukanien aus nach Oberitalien, nach Frankreich und Deutschland verbreitet. Papst Gregor I.  (540-604) berichtete von Klöstern in Sizilien, die seinen Namen trugen; Abt Fulrad (710 -784) erwarb für sein Kloster in St. Denis Reliquien des Heiligen, die Abtei Corvey wurde zum Zentrum der Vitusverehrung. In Deutschland gibt es über 1000 Kirchen, die dem hl. Veit geweiht sind, u.a. in Braunschweig, Hildesheim, Nürnberg, in Bayern tragen viele Orte seinen Namen: Neumarkt/St. Veit, St. Veit in Mittelfranken, Veitsaurach, Veitsbronn.

Freising und Vitus - das passte!

Um 833 wurde durch den Freisinger Bischof Hitto von Freising (811-835) ein dem heiligen Veit (Vitus) geweihtes Benediktinerkloster (auf halber Höhe des Weihenstephaner Berges) gegründet, 1020 wandelte es der Freisinger Bischof Egilbert (1005-1039) in ein Säkularkanonikerstift um, bis zur Säkularisation war St. Veit eine der drei Freisinger Pfarreien. In Freising hieß  auch eines der Stadttore das „Veitstor“ (heute Adlerapotheke). 1802 wurden die Kirchen geschlossen und sämtliche Gebäude abgebrochen. Berühmtester Propst des Stiftes war Rahewin, der Sekretär des Bischofs Otto I. von Freising (1138-1158), der berühmte Geschichtsschreiber, der die Vita Kaiser Friedrich Barbarossas (1155-1190) aufgezeichnet und nicht vollendet hatte;  Rahewin führte sein Werk zu Ende.

Der Heilige wird meist als Knabe  oder Jüngling dargestellt, vornehm gekleidet, mit gelocktem Haar, oft mit Kappe oder Hut;  als Schutzpatron der Sachsen und der Böhmen  trägt er zuweilen auch einen Hermelinmantel mit Krone und Reichsapfel (Meister Theoderich aus Prag, Hofmaler Karls IV.), bis ins 14. Jh. wurde er jedoch nur mit Palme und Schwert dargestellt. Manche Darstellungen weisen auf sein Martyrium hin, unbekleidet in einem Kessel sitzend, manchmal mit Hahn, Löwe oder Adler umgeben.  Man findet ihn auch in vielen Stadt- und Gemeindewappen.

Der Patron der Bierbrauer

Er zählt zu den 14 Nothelfern, bei Krankheiten wie Epilepsie, Veitstanz, Tollwut und Schlangenbiss  wird er angerufen. Er gilt auch als Patron der Bierbrauer und Winzer, der Apotheker und Bergleute. Sein Gedenktag  in der katholischen Kirche ist der 15. Juni, dieser Tag galt nach dem julianischen  Kalender als längster Tag (Sommersonnenwende) des Jahres. Im Zusammenhang mit seinem Gedenktag, findet man auch viele Sprichwörter wie das der Bierbrauer: „Hl. Veit regne nicht, dass es uns nicht die Gerst` gebricht!“