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Jetzt läuft die Hopfenernte: Warum sich der deutsche Hopfen verändern muss

Millionen von Hopfenpflanzen werden in der Hallertau jährlich per Hand angedreht - ein Knochenjob! Hier geben wir Ihnen einen kleinen Einblick in den Alltag der Hopfenpflanzer.

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Die Hopfenernte ist in vollem Gange. Heuer wurde aufgrund des heißen und trockenen Sommers etwas später begonnen – so natürlich auch in der Hallertau, im größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt (rund 2400 Quadratkilometer), wo  über 30 Prozent der weltweiten Hopfenernte produziert werden. Ein Wahnsinnswert!

So wie bei Familie Rieger in Pfettrach bei Attenkirchen: Dort beginnt die Arbeit freilich schon früher – und zwar im Frühjahr. 100.000 Hopfenpflanzen müssen da per Hand an den Drähten angedreht werden – welch ein Aufwand! Das ist auch die Phase, in der die meisten Beschäftigten gleichzeitig am Hof arbeiten. Ein interessantes Detail: Pro Pflanze gibt es rund 50 Triebe, von denen drei ausgewählt werden und an den Drähten angeleitet werden. Der Rest wird abgeschnitten. Jeden Tag wächst der Hopfen dann bis zu 30 Zentimeter, hin zu einer Höhe von sieben bis acht Metern. Ein herrlicher Anblick, wenn sich das grüne Gold durch die gesamte Hallertau auf den vielen Feldern in die Höhe rankt.

Natürlich hat man im Zuge der Arbeit auch mit Schädlingen an den Pflanzen zu tun. In Deutschland gibt es strenge Vorschriften, welche Pflanzenschutzmittel man verwenden darf und welche nicht. Dementsprechend vorsichtig wird der Hopfen auch behandelt.

Die Hopfenstöcke sind mehrjährige Pflanzen und können so auch 20 Jahre lang immer wieder neu treiben, ohne sie neu pflanzen zu müssen. Oftmals werden aufgrund von wechselnder Nachfrage und Neuzüchtungen die Felder allerdings viel früher getauscht und neue Sorten angebaut. Ein Jahr lang gibt es dann normalerweise keinen Ertrag, erst nach zwei Jahren kann man wieder ernten. In den USA hat man es da einfacher. Durch die klimatischen Umstände (ganzjährig warm, ganzjährige eigene Bewässerung) gibt es in den allermeisten Fällen keine Übergangsphase.

In deutschen Gefilden wird sich aber auch in Zukunft etwas ändern. Schon jetzt ist der Klimawandel deutlich spürbar. Wenn es über 30 Grad hat, wird das für den deutschen Hopfen problematisch. Der mag es nämlich gerne etwas kühler und braucht entsprechend Wasser. Momentan wird schon intensiv geforscht, um Kreuzungen mit US-Hopfen zu kreieren, die etwas hitzebeständiger sind.